Österreichisches Sprachdiplom Deutsch - Eine Initiative der österreichischen
Bundesministerien für auswärtige Angelegenheiten sowie für Bildung,
Wissenschaft und Kultur
Prüfungssystem:
Das Österreichische Sprachdiplom Deutsch ist das Prüfungssystem für
Deutsch als Fremdsprache (DaF) der Republik Österreich, welches staatlich
unterstützt und international angeboten wird. Es orientiert sich sowohl
inhaltlich als auch in seinen Durchführungsbestimmungen an internationalen
Rahmenrichtlinien und Niveaubeschreibungen (wie z.B. Lernzielbeschreibungen
des Europarats, Common
European Framework 1996, Bestimmungen der Association of Language
Testers in Europe, Lernzielkataloge der International Certificate Conference,
etc) und wurde von der Europäischen Kommission mit dem "Europäischen Siegel für innovative
Fremdspracheninitiativen" ausgezeichnet.
Das ÖSD entstand unter Beteiligung namhafter österreichischer DaF-Experten
und unter Mitwirkung des ÖDaFs und ist nach mehrjährigen Entwicklungs-
u. Erprobungsphasen seit Dezember 1994 institutionalisiert.
Das ÖSD- Prüfungssystem umfasst zur Zeit sechs Prüfungsstufen.
Diese Prüfungen werden ausschließlich an geprüften und lizensierten
Institutionen im In- und Ausland angeboten.
Die einzelnen Prüfungen bestehen jeweils aus einem schriftlichen und einem
mündlichen Teil und stellen die sprachliche Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit
in den Vordergrund. Bei Bestehen beider Prüfungsteile wird ein Diplom verliehen,
das als zuverlässiger Nachweis von Deutschkenntnissen dient und je nach
Prüfungsstufe die Chancen im täglichen Leben, am Arbeitsmarkt, beim
Zugang zu Universitäten und andern Bildungseinrichtungen verbessert.
Ziel der Prüfung:
Mit dem Österreichischen Sprachdiplom Deutsch als Fremdsprache (ÖSD)
weist der Kandidat/die Kandidatin nach, dass er/sie über die der jeweiligen
Prüfungsstufe angemessene Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt,
um sich in wichtigen Alltagssituationen mündlich und schriftlich zu verständigen.
Das ÖSD geht von einer plurizentrischen Sprachauffassung aus, d.h. dass
die großräumigen Standardvarietäten der deutschsprachigen Länder
Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz berücksichtigt
werden.
Die ÖSD-Stufen:
- KID 1 - Kompetenz in Deutsch 1:
Ziel der Prüfung KID 1 ist die Überprüfung der sprachlichen Befähigung
von Kindern und Jugendlichen zur elementaren Alltagskommunikation. KID 1 stellt
den Nachweis der sprachlichen Kompetenz für den angemessenen sprachlichen
Umgang im privaten Bereich, in der Schule und in halböffentlichen Situationen
dar, die für Kinder und Jugendliche relevant sind.
- KID 2 - Kompetenz in Deutsch 2:
Ziel der Prüfung KID 2 ist die Überprüfung der sprachlichen Befähigung
von Kindern und Jugendlichen zur Alltagskommunikation im alltäglichen Umgang,
im privaten Bereich, in der Schule. Im halböffentlichen Bereich überprüft
die Prüfung KID 2 die Verwendung der deutschen Sprache z.B. auf Reisen,
beim Einkaufen, Ferienlager, beim Schüleraustausch, beim Ausfüllen
wichtiger Formulare, Verstehen verschiedener Texte des Alltagslebens, Medientexten
in Zeitungen, im Radio, usw.
- Grundstufe Deutsch
(GD):
Auf dieser Stufe sollte ein Lerner/eine Lernerin fähig sein, in vertrauten
Situationen des Alltagslebens auf elementarer Basis zu kommunizieren. Der Schwerpunkt
der Prüfung liegt hier in verstärktem Maße auf den rezeptiven
Fertigkeitsbereichen Lesen und Hören. Die G des ÖSD orientiert sich
an der Niveaubeschreibung des "Common
European Framework" A2 / Waystage level.
- >Zertifikat Deutsch (ZD):
Auf dieser Stufe sollte ein Lerner/eine Lernerin fähig sein, Alltagssituationen
sowohl auf rezeptiver als auch auf produktiver Basis zu bewältigen. Es
geht hier vor allem um die kommunikative Ebene des Sprachhandelns, d.h. um das
Sprachverhalten im Alltagsleben, insbesondere im privaten und halböffentlichen
sowie z. T. auch im beruflichen Bereich. Das ZD des ÖSD orientiert sich
an der Niveaubeschreibung des "Common European Framework" B1 / Threshold
level.
Das ZD ist ein Gemeinschaftsprodukt des ÖSD, des Goethe-Instituts, der WBT Frankfurt und der Schweizer Universität Freiburg.
- Mittelstufe Deutsch (MD):
Auf dieser Stufe sollte ein Lerner/eine Lernerin über die Alltagskommunikation
hinaus auch im Bereich der Sachkommunikation ausreichende Fähigkeiten aufweisen.
Parallel zur linguistischen wird auch eine pragmatische und interkulturelle
Kompetenz erwartet, d.h. dass LernerInnen auf dieser Stufe für funktionalen
Sprachgebrauch, Verwendung von Registern, umgangssprachliche Färbungen
und natürliche Idiomatik sensibilisiert sein sollten.
Die Mittelstufe Deutsch des ÖSD orientiert sich an der Niveaubeschreibung
des "Common
European Framework" C1 / effective-proficiency level und ist vergleichbar
mit anderen Prüfungen dieses Niveaus wie der Zentralen Mittelstufenprüfung
des Goethe-Institutes. Die ÖSD-Mittelstufe wird an den österreichischen
Universitäten als Nachweis von Deutschkenntnissen bei der Zulassung zum
Studium anerkannt.
- Wirtschaftssprache Deutsch (WD):
Seit April 1997 bietet das Österreichische Sprachdiplom Deutsch (ÖSD)
das gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich entwickelte
"Diplom Wirtschaftssprache Deutsch" an, eine Sprachprüfung, die
ein bereits sehr hohes Sprachniveau (ÖSD-Mittelstufe Deutsch) voraussetzt
und überdies fachsprachliche Kompetenz in wirtschaftlichen Bereichen nachweist.
Das Niveau orientiert sich an der Niveaubeschreibung des "Common European Framework" C2 / mastery
level. Zielgruppen sind Erwachsene, die Deutsch in Wirtschaftsberufen oder wirtschaftsnahen
Tätigkeitsbereichen nutzen wollen bzw. Studierende, die Wirtschaftsfächer
studieren und eine zusätzliche Qualifikation erwerben wollen. Das DWD wird
an den österreichischen Universitäten als Nachweis von Deutschkenntnissen
bei der Zulassung zum Studium anerkannt.
[Quelle und weitere Informationen: http://www.osd.at]